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Aflatoxin im Futtermais

VON IN Allgemein, Essays, Tierschutz On 11-03-2013

Bild: Erika Hartmann / pixelio.de

Etliche Meldungen in den letzten Wochen befassten sich mit einem neuerlichen Skandal in der Lebensmittelindustrie. Im Rinderfutter wurde Aflatoxin nachgewiesen. Aflatoxin gilt als ein sehr starkes Karzinogen, ist also Krebs erregend. Genauer: Aflatoxin gilt als der einer der stärksten Auslöser für Leberkrebs.

Soweit so unschön. Nun schrieb die FAZ vergangene Woche, dass eine erhebliche Grenzwertüberschreitung des Aflatoxingehaltes in Kuhmilch in Nordrhein-Westfalen festegestellt wurde.

Grenzwert? Richtig. Dass eines der stärksten bekannten Karzinogene in Kuhmilch überhaupt vorhanden ist, ist also nicht neu, dessen Höhe ist lediglich über einen Grenzwert geregelt. Das sollte uns vielleicht zu denken geben. Insbesondere aus einem weiteren Grund: Aflatoxin führt nur in Kombination mit Kasein und anderen tierischen Proteinen zu Leberkrebs. Für Menschen, die tierisches Protein meiden, ist Aflatoxin vergleichsweise harmlos. Wer genaueres darüber erfahren möchte, der informiere sich über die Ergebnisse der weltgrößten Ernährungsstudie, der ‚China Study’.

Bis hierhin ist der geneigte Medienkonsument noch einigermaßen gelassen, die Erregungsgrenze ist skandalerprobt hoch.

Auf eines wartet man dennoch seit dem Beginn des neuen Skandals: Dass jemand einmal hinterfragt, warum man Rindern Mais füttert. Haben wir nicht alle grasende Kühe vor Augen wenn wir an Kuh-Ernährung denken? Mais ist ein Getreide, Wiederkäuer ernähren sich nicht von Getreide. Getreide führt, insbesondere in größeren aber durchaus üblichen Mengen verfüttert, zu Übersäuerung des Pansens und durch die Bildung von überproportional großen Mengen Propionsäure zu dessen Verätzung, des Weiteren zu Klauenschäden und zu Unfruchtbarkeit – übrigens auch zur Ausscheidung von EHEC-Keimen. Einmal mehr werden Tiere hier unnötigen Qualen ausgesetzt, um ein vermeintlich besseres und billigeres „Produkt“ zu erzeugen, das niemand braucht.

Kühe, die eigentlich die unwahrscheinlich faszinierende Fähigkeit besitzen, rohes Gras zu verstoffwechseln, werden so zu Nahrungskonkurrenten des Menschen gemacht. Soja, Mais und Getreide gehört nicht in das Futter von Wiederkäuern. Würde man sich daran halten, gäbe es auch diesen aktuellen Skandal nicht.

Die ganze Aufregung dreht sich einmal mehr um uns selbst, um das vermeintliche Risiko, dass wir selbst erkranken. Wen interessieren schon die Tiere. Aber sehen wir doch einmal den Tatsachen ins Gesicht:

  • Wir füttern Kühe nicht artgemäß und nehmen ihre Erkrankungen billigend in Kauf.
  • Wir machen Kühe zu Nahrungskonkurrenten des Menschen.
  • Wir verfügen nicht einmal über die Anbauflächen für das erforderliche Futter, importieren es aus der ganzen Welt und holzen die „grüne Lunge“ unseres Planeten dafür ab.

Und warum? „Weil’s doch so lecker ist.“

Es ist mal wieder ein Skandal von vielen, er wird verpuffen, die Menschen werden wieder vergessen und sie werden weiterhin Fleisch essen und Milch trinken als gäbe es kein Morgen. Aber wenn SIE (!) derjenige sind, der anfängt, darüber nachzudenken, wie wir Menschen mit Tieren umgehen und welche egozentrischen Ziele wir dabei verfolgen, dann hat sich dieser Beitrag hier gelohnt. Sehen Sie sich das Bild an: Das ist die Bestimmung von Kuhmilch. Und die natürliche Bestimmung des abgebildeten Konsumenten ist das Leben.

Mahlzeit.
Jens


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