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Etikettenschwindel „Tierschutzgesetz“

VON IN Essays, Tierschutz On 27-05-2013

Bild: Gerd Altmann  / pixelio.de

Wir haben in Deutschland ein Gesetz mit dem Namen „Tierschutzgesetz“. In dieser Bezeichnung steckt das Wort „Schutz“. Man könnte demnach annehmen, dass dieses Gesetz Tiere schützt. Zumal wir stolz den Tierschutz als Staatsziel in unserer Verfassung führen. Weit gefehlt.

Dieses Gesetz regelt, dass betäubungslose Amputationen durchgeführt werden dürfen, es regelt, in welcher Form Massentierhaltungen in qualvoller Enge praktiziert werden sollen. Es erlaubt die gänzlich artfremde Aufbewahrung von Wildtieren z.B. in Zirkussen – von Haltung kann man hier nämlich nicht sprechen – und hilft wenig bis gar nicht bei unsachgemäßer Haustierhaltung. Es ändert nichts an der Tatsache, dass bis heute schlimmste Formen von Qualzüchtungen an der Tagesordnung sind – und damit sind nur ein paar Kritikpunkte benannt.

Tierversuche brauchen noch nicht einmal ein ethisches Hinterfragen ihrer Notwendigkeit, eine Anmeldung genügt. Selbst die EU-Tierversuchs-Richtlinie schreibt eine Ethikprüfung vor und die EU-Behörden sind nicht gerade für ihre tierschützerischen Qualitäten bekannt. In Deutschland herrscht hierzu Ignoranz.

Überhaupt: Überlegen Sie sich bitte einmal einen „vernünftigen Grund“ zum Töten eines Tieres. Ist es Ihr Appetit auf ein Schnitzel? Ist es Ihr Wunsch nach einer neuen Kopfschmerztablette? Oder ist es die Entwicklung von neuem Haustierfutter? Kein Problem – im Sinne des Tierschutzgesetzes sind das alles vernünftige Gründe. Sie dürfen jedes zweite Küken vergasen oder lebendig shreddern, weil es das falsche Geschlecht hat, sie dürfen „Nutztiere“ töten, wenn sie nicht mehr Ihren wirtschaftlichen Vorstellungen entsprechen und vieles mehr, das ähnlich „vernünftig“ ist. Nutztier oder Versuchstier ist eine schlechte Wahl der Daseinsform. Das Tierschutzgesetz belohnt nahezu jedes übliche Handeln mit dessen Legalisierung.

Über die Dinge, die Sie mit Tieren tut dürfen, solange sie noch leben, wollen wir hier nicht weiter eingehen, da sonst die meisten Leser aussteigen.

Die aktuelle Novelle des Gesetzes ist die Geschichte ihres Scheiterns. Zur Novelle des Tierschutzgesetzes hat der Tierschutzbund Stellung bezogen. Auf dieser Seite finden Sie auch weitergehende Informationen.

Vielleicht ist die zentrale Frage eine ganz andere: ist es sinnvoll, Hoffnung auf Besserung zu hegen in Bezug auf die Novellierung eines Tierschutzgesetzes, dessen offensichtlicher Zweck gar nicht der Schutz der Tiere ist? Wird da nicht der sprichwörtliche Bock zum Gärtner gemacht?

Wieso wird ein Gesetz zur Ausbeutung und organisierten Quälerei von Tieren überhaupt mit dem anachronistischen Begriff „Schutz“ persifliert? Das Tierschutzgesetz dient nicht den Tieren, es dient den Menschen, insbesondere denen, die von der Ausbeutung und organisierten Tierquälerei leben. Der Name dieses Gesetz ist die Beruhigungspille für alle die Menschen, die lieber nicht so genau hinsehen. Der Name ist ein einziges Täuschungsmanöver.

Wenn Sie Tiere schützen wollen, dann setzen Sie sich für deren Rechte ein. Unterstützen Sie Tierrechtsvereinigungen, helfen sie lokalen Organisationen, die praktische Arbeit leisten und gehen Sie mal wieder auf die Straße. Unsere Legislative tritt den Tierschutz mit Füßen, das Staatsziel Tierschutz im Grundgesetz ist Realsatire.

Tierschutz hängt von unserem konkreten zivilen Engagement ab. Jeden Tag den wir inaktiv bleiben ist ein Tag des Leids für Millionen von Tieren.

Die Tiere heben weder Chance noch Stimme ohne uns. Werden Sie aktiv!

Jens


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