Warum ich Kinder so gerne mag

UPDATE / VORWORT

Es ist unfassbar, aber es gibt tatsächlich Menschen, die so dumm sind, dass sie die Satire und den bewussten Zynismus in diesem Essay nicht verstehen. Daher zu Klarstellung für diejenigen, bei denen es nicht gereicht hat für ein bisschen Verstand:

Dieses Essay ist KEIN Aufruf zum Kannibalismus. Es handelt sich um eine Auseinandersetzung mit den Haltungsbedingungen in der Tierindustrie. Diese absolute Verwerflichkeit ist leider oft rechtskonform und entspricht dem Tier“schutz“gesetz. Ich habe die Formulierungen bewusst so gewählt, dass klar wird, dass die Opfer dieser Industrie tatsächlich Kinder sind – nämlich Tierkinder.

Dass sich nunmehr Menschen bemüßigt fühlen, einen Aufruf zur Kinderschlachtung hierin zu erkennen, ist – gelinde gesagt – erbärmlich. Hierzu kann ich nur sagen: lernt lesen! 

Dennoch liebe Grüße und vielen Dank an all diejenigen, die uns für solche Essays danken, weil sie aufrütteln.

Jens

 

Foto: christian alex / pixelio.de

Ich weiß, das ist ethisch äußerst umstritten. Aber sie sind einfach so lecker, ich kann ja auf vieles verzichten, aber darauf nicht auch noch. Deswegen achte ich sehr auf die Herkunft meiner Produkte, die ich konsumiere. Die meisten Menschen konsumieren Kinderfleisch ja völlig bedenkenlos, zum Frühstück, als Snack zwischendurch, zum Abendessen auch noch. Diese Menschen essen täglich, in viel zu großen Mengen und bedenkenlos Kinderfleisch aus unethischer Produktion, in der die Kinder unter schlimmen Bedingungen heranwachsen. Ich dagegen bezeichne mich als bewussten Konsumenten. Ich konsumiere Kinderfleisch nur sehr selten, meistens nur einmal in der Woche. Wenn ich geschäftlich unterwegs bin, dann habe ich darauf allerdings keinen Einfluss, dann muss ich das nehmen, was angeboten wird.

Wichtig ist mir besonders, dass die Kinder ein schönes Leben hatten. Dafür sorgen Produkte aus ethisch geprüfter Fleischherstellung.

In der ersten Lebenswoche bekommen sie echte Muttermilch, das stärkt ihr Immunsystem und sorgt dafür, dass sie weniger krankheitsanfällig sind. Das ist für den Aufzuchtbetrieb auch wirtschaftlich sinnvoll, obwohl er die Muttermilch nicht gewinnbringend weiterverarbeiten kann. Das Baby wird natürlich nicht gleich von der Mutter getrennt sondern darf etwa eine Woche lang bei ihr bleiben. Dadurch wird die Sterblichkeitsrate deutlich unter 5% gesenkt; das haben Langzeituntersuchungen mit Kontrollgruppen ergeben. Längere, gemeinsam verbrachte Zeiträume sind ethisch nicht vertretbar, weil dann das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Mutter und Kind zu stark wird und bei der Spätentwöhnung regelmäßig Gewaltanwendung erforderlich wäre und es zu Verletzungen kommen kann. Außerdem kommt dazu, dass die Mutter wieder für die nächste Schwangerschaftsphase vorbereitet werden muss, um ihre produktive Phase möglichst effizient mit einer maximalen Zahl von Schwangerschaftsdurchläufen zu gestalten, bis sie schmerzlos getötet wird. Das Mutterfleisch kann dann noch für Suppeneinlagen verwendet werden und wird auch gerne von der Fastfood-Industrie weiterverarbeitet. Sehr effiziente Betriebe nutzen das Mutterfleisch auch für die proteinreiche Ernährung der Nutzkinder und der Nutzerwachsenen. Dadurch müssen keine Proteine aus fragwürdigen Quellen zugekauft werden, sondern kommen aus dem eigenen Unternehmen. Leider ist das Verfahren seit BSE in die Kritik geraten und seitdem für viele Kindersorten verboten.

Schon früh bekommen die Babys Spielzeuge zur Beschäftigung und werden mehrmals täglich mit einem hochwertigen Muttermilchersatz gefüttert, der genau auf ihre Bedürfnisse abgestellt ist. Dieser Milchersatz ist sehr gesund und hat eine enorm hohe Akzeptanz. Die ‚Ausfälle‘ wegen Nahrungsverweigerung konnten so stark reduziert werden. Außerdem werden sie in Gruppen gehalten, haben oft Tageslicht und bekommen Zugang zu frischer Luft, wenn sie selbstständig laufen können, in den Sommermonaten werden Rasen- oder Moosflächen zur Verfügung gestellt.

Für einen gleichmäßigen Muskelaufbau dürfen sich die Kinder je nach Lebensphase täglich bewegen. Dadurch wird ihr physiologischer Aufbau verbessert und sie entwickeln weniger stereotype Verhaltensweisen, weil sie beschäftigt sind.

Selbstverständlich werden die Kinder auch nicht übermäßig hormonell oder gar vorbeugend mit Antibiotika behandelt. Das ist gar nicht notwendig, weil in den Betrieben der ethischen Aufzuchtverbände hygienische Zustände herrschen und ausreichend Platz vorhanden ist. Resistente Keime entwickeln sich so nur sehr selten und vorzeitiges Einschläfern wegen eines epidemischen Krankheitsverlaufs ist in den vielen Jahren der Existenz der ethischen Richtlinien nur selten vorgekommen. In diesen Fällen sind die Keime aber von Dritten eingeschleppt worden. Seitdem gibt es vielerorts Hygieneschleusen.

Diese Aufzuchtanstalten haben ein hervorragendes Konzept entwickelt, in dem sich die Babys und Kinder sehr wohl fühlen. Alle Räume sind perfekt entsprechend der Nutzungserfordernisse temperiert, es gibt automatisierte Sanitärrinnen, die für hygienische einwandfreie Zustände sorgen. Diese Einrichtungen gehen erheblich über die Mindeststandards der gesetzlichen Anforderungen hinaus – und übererfüllen sogar die vorbildlichen Standards der ethischen Aufzuchtverbände!

Dennoch gibt es extreme Kinderschützer, die sich sogar gegen diese Betriebe wenden. Dabei sind es doch gerade diese Unternehmen, die mehr für das Wohlbefinden der Kinder getan haben als die ganze restliche Industrie zusammen. Diese Betriebe haben unzählige Auszeichnungen erhalten und werden regelmäßig von Verbraucherverbänden gelobt. Weil man sich nicht sicher ist, ob manche Kinder ein Ich-Bewusstsein entwickeln, werden sie noch rechtzeitig vorher getötet. In diesen Betrieben werden die Kinder natürlich so getötet, dass sie nicht unnötig leiden müssen. Das gute daran ist, dass sie in diesem Alter noch gar kein Verständnis für den Tod entwickelt haben, man ihnen also auch keine Perspektive nehmen kann, weil sie diese noch gar nicht entwickeln konnten. Die Nachweise kognitiver Fähigkeiten dieser Babys und Kinder nehmen zwar andauernd zu, aber auch dagegen werden Konzepte entwickelt – etwa solche, die verhindern, dass sich die kongnitiven Fähigkeiten zu stark ausprägen.

Für mich zählt, dass ich mit gutem Gewissen konsumieren kann. Ich esse lieber seltener Kinderfleisch aber dann solches, das qualitativ hochwertig ist und aus einer Produktion stammt, die ethisch einwandfrei ist. Dafür zahle ich dann auch gerne mehr Geld.

Extreme Kinderschützer, die die totale Abschaffung der Kinderaufzucht fordern, sind völlig weltfremd. Erstens gehört der Kinderkonsum zu unseren kulturellen Grundlagen, wir verbieten den Gläubigen ja auch nicht das Beten. Dann muss man wissen, dass Zehntausende von Arbeitsplätzen verloren gingen, wenn man das einfach verbieten würde. Unsere Wirtschaft wäre gar nicht dazu in der Lage, so einen Umbruch zu verkraften. Zudem gibt es unzählige Untersuchungen, die beweisen, dass Kinderfleisch – selbstverständlich in Maßen genossen – gesundheitsfördernd ist. Das Protein und viele Vitamine kann man nicht so leicht ersetzen.

Im Übrigen vermisse ich die Toleranz: Ich werfe den Kinderschützern doch auch nicht vor, dass sie sich pflanzlich ernähren. Ich akzeptiere deren Lebensweise, sollen sie meine doch auch akzeptieren! Aber nein, Toleranz wird bei diesen Extremisten immer nur einseitig gewichtet.

Und dann kommt ja noch ein dazu: Diese ganzen Kinder würden ja gar nicht existieren, wenn Sie nicht für die Fleischproduktion aufgezogen worden wären. Es gibt sogar Arten, die würden aussterben, wenn wir sie nicht für den Konsum liebevoll erhalten würden. Die Aufzuchtbetriebe sorgen demnach für den Artenschutz.

Es ist nie gut, wenn man alles schwarz-weiß sieht. Die Welt ist nicht so einfach. Radikale Haltungen führen in die Sackgasse.

Guten Appetit! Lassen wir ihn uns nicht verderben.

Jens

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