Die Problematik „WG-Katze“

Aus sich häufenden Anlässen möchten wir hier ein grundsätzliches Thema ansprechen, das uns am Herzen liegt. Immer öfter bekommen wir es mit „WG-Katzen“ (Katzen, die in einer Wohngemeinschaft zum Allgemeinbesitz gehören) zu tun.

Es mehren sich die Abgaben solcher Katzen, zeitgleich gibt es jedoch auffällig viele Anfragen von WGs, die gerne eine oder zwei Katzen von uns adoptieren wollen. Vorneweg: Wir vermitteln grundsätzlich nicht in Wohngemeinschaften. Im Folgenden erklären wir, warum.

Aus unserer täglichen Erfahrung wissen wir, dass WG-Katzen überproportional oft ihr Zuhause verlieren und das aus unterschiedlichsten Gründen. Eine WG ist in ihrer Zusammensetzung meist nicht sonderlich stabil. Neue WG-Bewohner mögen eine Allergie haben, andere bringen einen nicht kompatiblen Hund mit u.s.w. Dabei spielt es keine Rolle, ob wir von einer studentischen WG oder einer Senioren-WG sprechen. Gemeinsam haben nahezu alle dieser WGs aber eins: Im Zweifel sind die Menschen stets wichtiger, und der Leidtragende immer der feline Genosse.

Die romantisierte Vorstellung vom Zusammenleben mit einer WG-Katze mag verlockend sein: Geteilte Verantwortung, aber ein gemeinsames, verbindendes Mitglied in der Gemeinschaft; die Katze ist immer da und jeder kümmert sich ein bisschen.

Die Realität sieht aber für die Katze meist bitter aus: Aus Gründen der Privatsphäre geschlossene Türen, ständig wechselnde Mitbewohner, niemand fühlt sich in der Pflicht für Nachschub von Futter und Streu zu sorgen. Bewohner von WGs sind im Durchschnitt meistens sehr junge Menschen, die noch nicht wissen, wie und wo sich ihr Leben in den nächsten Jahren abspielt. Und auch das andere Ende des Lebens hat eine enorm unsichere zeitliche Komponente. Eine Katze wünscht sich aber menschliche Konstanz, im besten Fall für 10 bis 20 Jahre, so lange sie eben lebt.

Dazu kommt: Ständig neue Gerüche sind für Katzen in ihrer intimen Umgebung nicht aufregend und interessant, sondern verstörend und machen sie potentiell nervös. Das  bedeutet für die Tiere Stress, der erhebliche negative gesundheitliche Folgen haben und dazu anregen kann, das Revier zu markieren, um es vertrauter zu machen. Markieren und Unsauberkeit wiederum sind weit oben auf der Liste der Gründe, warum Katzen weggeben werden.

Die Vermittlung eines unserer Schützlinge in solche – in unseren Augen – unsichere  Verhältnisse widerspricht unserer Vereinsphilosophie. Wir sind in erster Linie für die Tiere da. Unsere Pflicht und Herzensangelegenheit ist es, das Bestmögliche für die Zukunft unserer Schützlinge zu arrangieren. Das Leben in einer WG gehört nicht dazu, denn in der Regel stehen die Interessen und Bedürfnisse der Tiere in einer Wohngemeinschaft immer an letzter Stelle. In unserer Einfluss-Sphäre kehren wir dieses Prinzip um.

Wir appellieren an Sie von solchen Haltungsformen Abstand zu nehmen und sich auch nicht für eine Adoption aus anderen „Quellen“ zu entschließen, wenn Sie den Wunsch nach einer Katze hegen. Denken Sie an die Zukunft des Tiers und an dessen Bedürfnisse.

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